Bericht der Karnevalsbegegnung Münster-Lublin 2006
 Stadtführung Am Mittwoch dem 22.02. war es endlich soweit: Nach wochenlangen Vorbereitungen sollte die Gruppe aus unserer polnischen Partnerstadt Lublin eintreffen und zusammen mit den Deutschen die tollen Tage in Münster durchleben. Da standen wir nun in der Kälte und warteten auf die Gäste. Wie würden wohl, die in Polen unbekannten Karnevalstraditionen wie Altweiber und der Rosenmontagsumzug, ankommen?
 Begrüßungsessen im "Blauen Haus" Als die zwölfköpfige Gruppe, nach 23-stündiger Fahrt, aus dem Reisebus stieg, blieb keine Zeit, um über dieses weiter nachzudenken. Nach einer herzlichen und stürmischen Begrüßung wurden die polnischen Teilnehmer der Karnevals-Begegnung auf ihre Quartiere verteilt. Aber das Ausruhen dauerte nicht lange! Schon am Nachmittag stand der Stadtrundgang unter Dareks Führung auf dem Programm. Die Polen zeigten sich sogleich begeistert von der Stadt. Vor allem die Architektur und -natürlich- die vielen Fahrräder stießen auf Begeisterung. Und manch ein Münsteraner lernte bei dieser Stadtführung noch Einiges dazu! Am Abend führte uns der Weg ins „Blaue Haus“. Schließlich musste die Ankunft der polnischen Gruppe gebührend gefeiert werden! Nach der feierlichen Begrüßung und dem gemeinsamen Abendessen fielen wir alle, erschöpft von dem ereignisreichen Tag, in unsere Betten.
 Besuch im Friedenssaal Der nächste Tag fing feierlich an. Unsere Gruppe wurde sehr herzlich von Münsters Bürgermeisterin Karin Reismann im Friedenssaal empfangen. Nach einer Stärkung in der Mensa ging es weiter mit dem polnischen Workshop, welchen die Polen im Vorhinein für uns vorbereitet haben.  ????? Neben verschiedenen lustigen Integrationsspielen stand die Vorstellung des, für den polnischen Karneval typischen, „Fetten Donnerstags“ im Mittelpunkt. Dass dieser sich seinen Namen redlich verdient hat, erkanten wir gleich: Ein Berg von Berlinern und selbstgebackenen „faworki“ (frittiertes Gebäck, in Deutschland gelegentlich als „Liebesschleifen“ bezeichnet) türmte sich vor uns auf! Abends ging es dann voll gestopft und voller Energie in die Altstadt. (Die Polen wiesen uns im Nachhinein netterweise darauf hin, dass ein Berliner um die 300 kcal habe; ein Umstand den die meisten von uns lieber nicht erfahren hätten)! Münsters Nachtleben wollten wir den Polen natürlich nicht vorenthalten!
 Tanz am Prinzipalmarkt Am dritten Tag wurde Kultur groß geschrieben (noch größer als sonst, selbstverständlich…). Gleich zwei Museen standen auf dem Programm. Da war zunächst das Westpreußische Landemuseum in Münster-Wolbeck wo uns der Museumsdirektor Dr.Lothar Hyss höchstpersönlich durch die Hallen führte. Es folgte das Karnevalsmuseum der Poahlbürger. Der (zugegeben ungeplante), halbstündige Fußmarsch durch die Pampa war inklusive! Endlich angekommen, konnten wir die bunten Karnevalsuniformen und - wappen der verschiedenen Karnevalsgesellschaften bewundern. Am Abend machten wir uns dann in Grüppchen auf, zu der von Damian organisierten „Kneipen-Rallye“. In der „Cavete“ ließen wir den Abend dann gemütlich ausklingen.
 Partyvorbereitung Samstag war nun auch die deutsche Gruppe gefragt ihren Karnevalsworkshop durchzuführen. Hierbei wurden den Teilnehmern verschiedene Aufgaben zugeteilt. So konnte sich z.B. eine Gruppe künstlerisch austoben indem sie den Raum festlich schmückte. Auch eine andere Gruppe, welche mithilfe einiger Kostüme und Bastelutensilien, zwei der Polen in das Prinzenpaar verwandelte, bewies eine äußerst kreative Ader! Andere hingegen kamen in den Genuss eines der bedeutendsten Lieder deutschen Kulturguts zu erlernen: Wolle Petrys „Verlieben, verloren“! Aufgabe der letzten Gruppe war es einen Funkemariechentanz zu choreographieren. Die Präsentation der einzelnen Gruppenergebnisse war ein voller Erfolg! Nicht zu fassen, was man in solch kurzer Zeit zusammen auf die Beine stellen kann! Nachmittags ging es weiter mit Pantomime-Spielchen.  Sheryl "Astrid" Crow Es stellte sich heraus, dass selbst Begriffe wie „Kamasutra“ und „Nilpferd“ präsentierbar und, vielmehr noch, erratbar sind! Beim darauf folgendem „Herzblatt“ konnten sich die Herren der Schöpfung beweisen. Die Damen, allerdings, standen ihnen in punkto Charme in nichts nach! Des Workshops krönenden Abschluss lieferte André. In seiner eigens verfassten Büttenrede nahm er die Vorbereitungen unserer Karnevalsbegegnung auf die Schippe. Gutgelaunt marschierten wir daraufhin in die Disco und führten den gelungenen Tag dort fort.
 Gruppenfoto am Aasee  Karnevalsmuseum Der Sonntag begann mit der Schlüsselübergabe am Rathaus. Dort beobachteten wir, wie die Narren das Rathaus „stürmten“ und somit – wenigstens für die Dauer des Karnevals- die Macht über die Stadt an sich rissen. Auch schauten wir verschiedenen Karnevalsvereinen bei ihren Tanzpräsentationen zu. (Wir erkannten sofort, dass unser Funkemariechentanz vom Vortag unübertrefflich war!) Akustisch wurden wir mit Karnevalsmusik genötigt, die - man kann es kaum glauben- Wolle Petry in Sachen grausame Beschallung um Längen schlug. Trotzdem war die Stimmung auf dem Höhepunkt! Als sich die Feierlichkeiten dem Ende zuwandten, machten wir noch einen kurzen Abstecher ins Stadtmuseum. Anschließend folgte ein optionaler Besuch des polnischen Gottesdienstes in der St. Elisabeth-Kirche. Am Abend fand dann die von uns selbst vorbereitete Party statt. Den knurrenden Mägen wurde durch ein großes Pizza-Gelage schnell Abhilfe geschafft.  Pizzaessen
Am nächsten Morgen erwartete uns nun das Highlight eines jeden Karnevals: der berühmt-berüchtigte Rosenmontagsumzug. Voller Spannung nahmen wir unsere Position am Buddenturm ein. Es bot sich ein tolles Bild: Da stand nun der Matrose neben dem Rastafari; der Fußballfan plauderte mit Pumuckl und das Teufelchen kokettierte mit dem Vertreter Jamaikas. Alle waren irgendwie geschmückt und haben tief in den Farb- bzw. Schminktopf gegriffen. Bei André ging es sogar so weit, dass er gleich in die Rolle des anderen Geschlechts schlüpfte und als dralle Blondine für viel Gelächter sorgte.
 Vor dem Karnevalsumzug Mit dem Umzug blieb dann auch der erhoffte „Kamellenregen“ nicht aus. Nach einigen sehr spaßigen Stunden zogen wir mit unserer Beute dann davon, um den polnischen Gästen des Deutschen Schätzchen #1 näher zu bringen: den guten, alten Döner. Zu späterer Stunde zogen wir dann von Kneipe zur Kneipe und von Disco zur Disco.  Discobesuch
Das lange Ausschlafen an dem darauf folgenden Tag hatten wir dann auch alle bitter nötig! Die abschließende Bewertung der Begegnung fiel sowohl auf der deutschen als auch auf der polnischen Seite durchgehend positiv aus. Bis auf das kalte Wetter und das Stöckelschuh-untaugliche Kopfsteinpflaster in Münster gab es nichts zu bemängeln! Besonders schön war der Kommentar der polnischen Teilnehmerin Agata, die uns gestand, dass sie sich bei uns „von Anfang an wie bei Freunden zu Besuch“ gefühlt habe. Die traurige Tatsache, dass dies der letzte gemeinsame Tag war, rückte allmählich in unser Bewusstsein. Am liebsten hätten wir die polnische Gruppe nicht gehen gelassen. Aber es kam wie es kommen musste und so winkten wir der Gruppe schon bald zum Abschied hinterher.
 Party  Karnevalsumzug Es war eine schöne Begegnung, die selbst dem allergrößten Karnevalsmuffel das „Helau“ entlockte! Wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt und glauben fest daran, dass wir uns schon bald wieder treffen!
 Marta und Mariusz
Abschließend möchte ich mich – auch in Gregors Namen- bei allen bedanken, die uns bei der Organisation unter die Arme gegriffen haben und dazu beigetragen haben, dass diese Begegnung genauso geworden ist, wie sie war. Zunächst für die Gastfreundschaft aller Mitglieder bzw. Freunde der DPJA, die Gäste bei sich aufgenommen, und sich so nett um sie gekümmert haben! Und natürlich bei den Teilnehmern beider Seiten! Für die Vorbereitung der Workshops, für gelegentliche „Taxi-Einsätze“ , Last-Minute-Besorgungen usw.
 "Waldus", Gregor und Mariusz Ihr wart eine tolle Gruppe! Vielen Dank für alles.
Byliście świetną grupą! Dziękujemy Wam za wszystko!
Marta Bobowski
Das Programm der Karnevalsbegegnung 2006 finden sie
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